Foto: Volker Lannert

Ludwig van Beethoven erhält das Bröckemännche

Bonns berühmtester Jubilar Ludwig van Beethoven hat posthum den Bröckemännche-Preis des Bonner Medien-Clubs erhalten. Beim Neujahrsempfang des BMC am vergangenen Montag wurde vor 300 hochkarätigen Gästen nicht nur der Meister selbst geehrt, auch seine engagierte Anhängerschaft erhielt Dank und Anerkennung. Die Trophäe selbst soll künftig im Beethoven-Haus stehen.

In Bonn wird der 250. Geburtstag des berühmtesten Sohnes der Stadt mit mehr als 400 Veranstaltungen gefeiert. Aber nur beim Neujahrsempfang des Bonner Medien-Clubs (BMC) im Funkhaus der Deutschen Welle war der Meister höchst persönlich anwesend. Der Bonner Ex-OB Jürgen Nimptsch war in die Rolle des Meisters der Töne geschlüpft, der die ersten 22 Jahre seines Lebens in Bonn verbracht hatte. In seiner flammenden Rede trug der Maestro authentische Anekdoten aus seiner "geliebten Vaterstadt" vor.

Lob und Kritik

Gespickt mit Originalzitaten erinnerte Nimptsch/Beethoven in seiner Rede an die Häme, die er ob seines bönnschen Dialekts in seiner Wahlheimat an der Wien über sich ergehen lassen musste. Auch hielt er Kritik am Bonner Stadtrat und der Verwaltung nicht zurück und offenbarte eine ganz eigene Sicht auf die Misere um das Festspielhaus und die Sanierung der Beethovenhalle. Besonders hob er aber hervor, dass auf dem Grabstein seiner Mutter der Name nicht korrekt sei: Zwischen Maria Magdalena und Beethoven fehle das „van“! Er lobte die Bonner aber auch für all ihre Bemühungen, sein Andenken in Ehren zu halten, angefangen beim Denkmal, das die Bonner zu seinem 75. Geburtstag errichtet (aber „nicht bezahlt!“) hätten.

Ludwig van Beethoven sei der berühmteste Sohn der Stadt Bonn und einer der größten Komponisten aller Zeiten, erklärte BMC-Vorsitzender Dr. Andreas Archut: „Seine zeitlose Musik fasziniert seit Jahrhunderten Menschen aller Generationen und in aller Welt. Eigenständig, kompromisslos und unberechenbar in seinem Schaffen, war Beethoven schon zu Lebzeiten eine Legende, die sich der Bedeutung ihres Werkes bewusst war.“ Vieles an seiner Persönlichkeit sei bis heute ungeklärt und rätselhaft geblieben, so Archut. „Beschrieben wird er als Einzelgänger und zuweilen schwieriger, rastloser und oft launischer Zeitgenosse.“ Der Meister habe zeitlebens ausgesprochene „Bröckemännche-Qualitäten“ bewiesen. Auch Ludwig van Beethoven erhielt am Montag wie alle Preisträger das in Stein gemeißeltes „Bröckemännchen“, das der BMC traditionell verleiht. Allerdings übergab er es am Ende seiner Rede in die Obhut des Direktors des Beethoven-Hauses, Malte Boecker.

Nike Wagner schlug Beethoven vor

Mit der Auswahl von Beethoven als Preisträger folgt der BMC-Vorstand auch einer Anregung der Preisträgerin von 2019, die Intendantin des Bonner Beethovenfests, Prof. Dr. Nike Wagner. Sie hatte vor einem Jahr gesagt: „Beethoven sollte das Bröckemännche kriegen – er würde Bonn und Beuel in der Begeisterung über sein Werk versöhnen und eine Regenbogenbrücke der Liebe zwischen den beiden Lagern stiften.“

BMC-Vorsitzender Dr. Andreas Archut lobte die vielen Initiativen in der Stadt, die sich dem Andenken und der Würdigung des großen Komponisten verschrieben haben, darunter die Bürger für Beethoven, die Internationale Ludwig van Beethoven-Stiftung, der Verein Beethoven-Haus Bonn, die Beethovenstiftung für Kunst und Kultur, das Netzwerk Ludwig van B. e.V., die Stiftung Ludwig van Beethoven der Sparkasse in Bonn und die Internationale Telekom Beethoven Competition. Dr. Archut sagte: „ Wenn wir heute Ludwig van Beethoven mit dem Bröckemännche-Preis auszeichnen, dann ist dies zugleich eine Würdigung und Anerkennung des vielfältigen, häufig ehrenamtlich geleisteten Engagements für das Andenken an Ludwig van Beethoven. Wobei es weniger darum geht, Beethoven bekannter zu machen. Er ist bis heute der Star unter den Komponisten weltweit. Aber seinen Namen in den Köpfen mit seiner Geburtsstadt Bonn zu verbinden, das bleibt eine Herausforderung.“

Besonderer Rahmen

Schon am Eingang des Funkhauses der Deutschen Welle grüßte weithin die ehemalige Leuchtreklame des Bonner Hotels Beethoven die Gäste. Sie war von der Gruppe tatatataa um Klaus Thull gerettet und auf einen Fahrradanhänger montiert worden. Einen besonderen musikalischen Rahmen schufen in diesem Jahr das Thomas-Heck-Trio und der Jugendchor des Theaters Bonn unter der Leitung von Ekaterina Klewitz, der mit der „Ode an die Freude“ den Preisträger in den Saal „hineinsang“. Selbst das Catering hatte in diesem Jahr einen „Beethoven-Touch“ – es gab Beethoven-Riesling vom Drachenfels und Beethoven-Sekt von der Mose

(v.l.) Beethoven (Nimptsch), BMC-Vorsitzender Dr. Andreas Archut und Dr. Johannes Hoffmann, Deutsche Welle. Foto: Westhoff
Der Maestro verteilte Lob und Kritik. Foto: Tasci
Der Meister im Kreise seiner Bonner Anhänger. Foto: Westhoff

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